Die Mitbewerber ruinieren den Qualitätsfaktor!

Dienstag, 16. November 2010 | 21:47

Für Inserenten bei Google AdWords ist es ein Albtraum, wenn die Anzeigen eine niedrige Klickrate und somit einen schlechten Qualitätsfaktor aufweisen, und die Kunden, die die Website besuchen, diese fast unverzüglich wieder verlassen. Natürlich sucht der Inserent nach einer rationalen Erklärung, die auch schnell gefunden ist: Die Anzeigen werden von den Mitbewerbern absichtlich angeklickt!

Diese Theorie erscheint logisch, ist aber eigentlich immer falsch. Damit derartige Aktivitäten verhindert werden, wird eine komplexe Kombination aus modernen Algorithmen eingesetzt. Es liegt im Interesse von Google, die höchste Klickqualität zu erzielen.


Kritische Auseinandersetzung
Nachdem wir uns von dieser Verschwörungstheorie distanziert haben, können Sie unbelastet an Ihr AdWords-Konto und die Zielseite herangehen. Eine niedrige CTR weist normalerweise auf eine geringe Anzeigenqualität bzw. Anzeigenirrelevanz bezüglich eines bestimmten Begriffs hin. Angenommen, Ihr Unternehmen verkauft Fußballzubehör. Das Problem könnte hier das Keyword "Ball" sein. Einige der Suchanfragen zielen sicherlich direkt auf den Fußball ab. Die meisten Anfragen beziehen sich aber auf den neuesten Klatsch aus der Fußballszene, die besten Tore der letzten Session oder gar auf Tennisbälle. Der Begriff "Ball" kann sich sogar auf etwas komplett anderes beziehen, wie beispielsweise den Wiener Opernball. Bei "Ball" handelt es sich also um einen sehr weit gefassten Begriff.

Sie sollten zu allgemeine Keywords löschen und eher Keywords wählen, die sich direkt auf Ihr Unternehmensprofil beziehen. Welche Bälle stehen bei Ihnen zum Verkauf? Wo verkaufen Sie die Bälle? Was kosten sie? Mit Antworten auf Fragen wie diese können Sie Keywords, Anzeigentexte und Kampagnenausrichtung optimieren. Kleiner Tipp: Geben Sie Preise im Anzeigentext an, Verbraucher mögen das. Die vollständige Keyword-Liste kann gegebenenfalls in mehrere Bereiche unterteilt werden. Sie verkaufen beispielsweise Fußbälle, Handbälle und Medizinbälle. Erstellen Sie für jede Ballart eine eigene Anzeigengruppe. Dies lässt ein Optimieren der CTR und des Qualitätsfaktors zu. Die erzielten Klicks können dadurch rentabler werden, da der Kunde wirkliches Interesse an dem Produkt hat. Gleichzeitig sinken die Klickkosten.

Gestaltung einer professionellen Website
Viele Inserenten würden sich jetzt auf den Lorbeeren ausruhen. Doch bis jetzt ist erst die Hälfte geschafft. Google leitet zwar Traffic auf Ihre Website, aber es liegt an Ihnen, diesen zu nutzen. Betrachten Sie Ihre Website einmal ganz objektiv. Optimal gestaltete Websites generieren gute Kunden, die klicken, kaufen und ihre Zufriedenheit anderen Nutzern mitteilen. Sie können die weltbesten Bälle herstellen. Doch wenn Ihre Website altmodisch und unglaubwürdig wirkt oder gegen die ästhetische Grundeinstellung des Kunden verstößt, kann Sie kein Qualitätsfaktor bzw. keine CTR auf der Welt retten.

Zahlreiche Inserenten sehen ihre Website als ein Kunstwerk. Oftmals ist es wichtig und sinnvoll professionelle Unterstützung mit einzubeziehen. Externe Experten analysieren den Content und Stil der Website kritisch und distanziert. Stellen Sie sich zu Ihrer Website die folgenden Fragen:

  • Gibt die Website einen guten und richtigen Überblick über die Aktivitäten des Unternehmens, die mit AdWords beworben werden sollen?
  • Kann auf der Website mühelos navigiert werden? Kann der Kunde die gewünschten Aktivitäten ausführen?
  • Weisen Farbgebung und Schriftarten auf ein ansprechend grafisches Design bzw. eine attraktive Benutzeroberfläche hin oder ist das Erscheinungsbild der Website eher altmodisch und verstaubt?
  • Wie relevant ist der Website-Content für den Besucher?

Viel kann bereits mit gesundem Menschenverstand und etwas Selbstkritik erreicht werden. Außerdem unterstützen Programme wie Google Analytics beim Auswerten der Statistikdaten.

Sobald die Website ein professionelles Erscheinungsbild hat, sollten Sie die aktualisierte Website mit Ihrem AdWords-Konto synchronisieren. Anzeigengruppen führen am besten direkt zu den zugehörigen Seiten. Führt eine Ihrer Anzeigen immer noch auf die Startseite, besteht hier immer noch ein Problem, das Sie beheben sollten. Sobald Sie die hier beschriebenen Tipps umgesetzt haben, können Sie sich selbst auf die Schulter klopfen und direkt in die nicht enden wollende dritte Phase übergehen: Überwachen und Optimieren. Die Statistikdaten können einen Einblick in die Bereiche der Website geben, die immer noch nicht ansprechend auf die Kunden wirken. Bei der Behebung dieser Probleme helfen Tools wie das Website-Optimierungstool.

Offene Betrachtungsweise
Der Erfolg bei Online-Werbung hängt nicht direkt mit den Ausgaben im AdWords-Programm zusammen. Häufig kurbelt bereits eine Umverteilung des Werbebudgets, z. B. zum Optimieren der Website und AdWords-Kontostruktur, den Verkauf und ROI an. Eine offene Betrachtungsweise macht sich bei AdWords-Anzeigen bezahlt. Denn Werbebudget und Cost-per-Click sind nur zwei von zahlreichen Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

Post von Marcin Wyszyński, Google AdWords Team und Janett Wellner, Inside AdWords Team